Bees gewinnen Thriller gegen Reinbek

Gamewinner von Tobias Schümann. Video: L. Fleischhauer.

Die TSV Bargteheide Bees haben die Oberliga-Tabellenführung erfolgreich verteidigt. Nach einer dramatischen Schlussphase setzten sich die Bees 70:69 (36:30) im Spitzenspiel gegen den TSV Reinbek durch. Der Erfolg im Stormarner Derby war der elfte Saisonsieg für den noch immer unbesiegten Aufsteiger.

Spielverlauf: Topspiel in Bargteheide, der Spitzenreiter empfing im Derby den Tabellendritten aus Reinbek. Es entwickelte sich schnell ein ausgeglichenes Spiel, die Bees lagen meist knapp in Führung, die starken Reinbeker blieb aber stets in Schlagdistanz. 22:17 lautete der Spielstand nach dem ersten Viertel.

Auch im zweiten Spielabschnitt konnte sich kein Team absetzen. Es zeigten sich aber auch die Probleme der Bees an diesem Nachmittag: In der Offensive (bislang 90,5 Punkte pro Spiel) lief es nicht so gut wie gewohnt. Oft wurde zu hektisch agiert, was zu vielen Ballverlusten führte. Auch in der Verteidigung (nur 58,5 gegnerische Punkte pro Spiel) agierte Bargteheide nachlässig, wie Spielertrainer Boris Heimann monierte. Vor allem das Reboundverhalten ließ zu wünschen übrig, Reinbek kam zu oft zu zweiten Chancen.

Das änderte sich dann zu Beginn des dritten Viertels. Bargteheide erarbeitete sich angeführt von Topscorer Steffen Hönicke eine 14-Punkte-Führung (57:43, 28. Minute). Der 19-Jährige, der sein bestes von etlichen starken Spielen in dieser Saison machte, erzielte 13 seiner insgesamt 24 Punkte in dem Viertel. Die scheinbar komfortable Führung hielt aber nur kurz, ehe die Offensiv- und Defensivprobleme der Bees wieder zum Vorschein traten. Reinbek gelang bis zur Viertelpause ein 11:2-Lauf – das Spiel war wieder offen.

Und es sollte nur der Vorgeschmack auf eine dramatische Schlussphase sein. Nachdem sich die Gastgeber in den ersten Minuten des Schlussviertels erneut hatten absetzen könnten (66:54, 33.), punktete danach nur noch Reinbek. Minute um Minute wurde der Vorsprung der immer hektischer werdenden Bees kleiner – ehe den Gästen in der Schlussminute erst der Ausgleich gelang, um kurz darauf mit einem Freiwurf erstmals seit der 15. Minute wieder die Führung zu übernehmen (67:66). Hönicke und auch Drazen Bogicevic hatten zu diesem Zeitpunkt schon ihre fünften Fouls kassiert und so sah es so aus, als würden die Bees ihre erste Saisonniederlage kassieren.

Bargteheide schlug jedoch zurück, Center Tobias Schümann (18 Punkte) traf und brachte sein Team wieder in Front. Das Hin und Her hielt an, mit zwei Freiwürfen holte sich Reinbek die Führung zurück. Die Bees nahmen eine Auszeit, noch waren 10 Sekunden zu spielen. Erneut ging der Ball zu Schümann. Der 20-Jährige dribbelte vom linken Flügel Richtung Lowpost, verschaffte sich etwas Platz, ging dann aus der Mitteldistanz zum Wurf hoch – und traf (siehe Video)! Reinbek hatte zwar noch 3 Sekunden, konnte aber nur noch einen Notwurf anbringen, der sein Ziel verfehlte.

Trotz des Sieges war es eines der schwächsten Bees-Spiele in dieser Saison. Etwas Glück hatten die Gastgeber auch noch, Reinbek ließ zehn Freiwürfe liegen (16/26 FT).

Tabelle: Für die Bees war der Erfolg enorm wichtig im Titelkampf. Mit einer weiter perfekten Bilanz (11:0 Siege, 22 Punkte) bleibt der Aufsteiger Tabellenführer. Knapp dahinter lauert der TuS Lübeck (9:2, 18), dessen Spiel am Samstag gegen Schlusslicht Einfeld abgesagt wurde. Reinbek (9:4, 18) hat durch die zweite Niederlage in Folge den Anschluss etwas verloren und zudem mehr Spiele als die Konkurrenz absolviert.

So geht’s weiter: Ob Bargteheides Spiel am kommenden Samstag (KGB-Halle, 17 Uhr) gegen den Vorletzten TSB Flensburg stattfinden kann, ist noch unklar. Weil der BVSH an dem Wochenende die Norddeutschen Ü40-Meisterschaften ausrichtet, stehen womöglich keine Schiedsrichter zur Verfügung. Noch hat der Verband keine finale Aussage getroffen. Spätestens am 25. Februar geht es aber weiter, dann mit dem Rückspiel in Reinbek.

TSV Bargteheide Bees – TSV Reinbek 70:69 (22:17, 14:13, 23:24, 11:15)
Für Bargteheide spielten:
Steffen Hönicke (24 Punkte, 2 Dreier), Tobias Schümann (18, 2 Dreier), Drazen Bogicevic (9, 2 Dreier), Sebastian Wichmann (6), Gregor Krönke (4), Gerrit Reimers (3, 1 Dreier), Torben Gode (2), Boris Heimann (2), Patrick Thelen (2)

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